Tolles Engagement für den Schweinheimer Kreuzweg!

Vereinsring Schweinheim bedankt sich

(Foto und Bildurheber Ernst Bäppler)

Bildurheber: Ernst Bäppler

Die Stationen leuchten weiß und die Mosaiken strahlen wieder vor Glanz.

Die beiden Schweinheimer Peter Rady und Wolfgang Raub renovierten rechtzeitig vor dem Karfreitag die 16 Bildstöcke des Schweinheimer Kreuzwegs. An diesem Freitag führte wegen der Corona-Pandemie keine Prozession zur Obernauer Kapelle. Trotzdem verweilten in diesen Tagen viele Bürgerinnen und Bürger bei einem Spaziergang diese 16 Stationen für die persönliche Einkehr, um über die Opfers Christi für alles Leid dieser Welt bewusst zu werden.

Tradition gewahrt

Damit wahrten sie der Tradition, dass sich Ehrenamtliche aus unserem Stadtteil um den Kreuzweg kümmern. Der frühere Schweinheimer Stadtrat Hans Herold und Josef Syndikus hatten eine solche Rundum-Renovierung vor 20 Jahren vorgenommen. Damals versprach Malermeister Wolfgang Raub, sich um die nächste Grundsanierung der 16 Stationen in der Zukunft zu kümmern. Für dieses Engagement möchte sich der Schweinheimer Vereinsring bedanken und hofft auf eine Fortführung dieser Tradition in 20 Jahren.

Hintergrund: Der Schweinheimer Kapellenweg

Der Schweinheimer Kapellenweg entstand in den Jahren 1934/1935 auf Initiative des damaligen Ortspfarrers Karl Umenhof. Finanziert wurde er größtenteils durch ein Guthaben des Gesellschaftsklubs "Fidelio" aus den Passionsspiel-Aufführungen. Dieses Geld konnte auf diese Weise dem Zugriff der Nazis entzogen werden. Während andernorts Passionswege aus 14 Stationen bestehen, weist der Schweinheimer Weg als zusätzliche Stationen die Nr. 15 "Auferstehung" und die Nr. 16 "Kreuzesauffindung durch Kaiserin Helena" auf. Ursprünglich waren alle Stationen mit Bildern bemalt. 1956 schuf der Glattbacher Künstler Alois Bergmann-Franken (1897-1965) Mosaiken, die 1999 durch seinen Enkel Bruno Bergmann saniert wurden. Er entwarf auch das Mosaik der 16. Station, nachdem das Mosaik seines Großvaters verloren ging, als diese Station bei einer Übung der amerikanischen Streitkräfte umgefahren und zerstört wurde. Ziel des Kapellenwegs ist die Waldkapelle Maria Frieden im Obernauer Wald. Vor genau 100 Jahren erhielt die Obernauer Pfarrei die Spende eines nach Amerika ausgewanderten Ortsbürgers. Sie ermöglichte einen großzügigen Umbau, bei dem das Gotteshaus sein heutiges Aussehen erhielt. Zu ihm führt auch von Obernau aus ein Kreuzweg. Er wird von Ehrenamtlichen aus der Pfarrei St.Peter- und Paul betreut.
Quelle: Ernst Bäppler kam als Spaziergänger zufällig vorbei und berichtete am 09.04.2020 im Main-Echo.

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